«Ein Stern macht noch keinen Himmel» von Eva Pantleon – VÖ: 12.04.2022

«Rund 3,8 Millionen Kinder in Deutschland wachsen mit mindestens einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil auf – Experten gehen von einer weit höheren Dunkelziffer aus, denn die Angst vor Stigmatisierung ist groß» schreibt Eva Pantleon im Nachwort zu ihrem neuen Roman «Ein Stern macht noch keinen Himmel». Auf humorvolle und sprachlich-spielerische Weise verhandelt Eva Pantleon darin ernsthafte Themen, in diesem Fall psychische Störungen und Traumata in der Kindheit. Sehr feinfühlig schildert sie, wie die Protagonistin Janne langsam die Scherben der Vergangenheit «sortiert» und auch ihre Überforderung als junges Mädchen gegenüber einer bipolaren Mutter. Ein Roman über den Mut, den es für neue Wege braucht, und die befreiende Kraft der Liebe.

Als Landärztin braust Janne mit ihrer alten «Butterdose» durch die schwäbische Provinz und hat für alle und alles ein offenes Ohr. Weit weniger gut ist sie darin, sich um sich selbst zu kümmern. Aber die Wunden der Vergangenheit sitzen tief. Und wer stellt sich schon gerne den eigenen Dämonen? Erst als Janne dem charmanten und etwas kauzigen Leon begegnet, bröckelt ihre gut gesicherte Mauer. Denn sie ist dem Mann mit dem Roger-Moore-Lächeln schon einmal begegnet. Bei einem Vorstellungsgespräch. Damals hat der Psychologe und Institutsleiter sie mit seinen Fragen aus der Fassung gebracht und ihr am Ende sogar eine posttraumatische Belastungsstörung attestiert. Womit er letztlich ins Schwarze traf. Aber um das zu erkennen, müsste Janne sich den Schatten ihrer Kindheit stellen. Erinnerungen, die sie erfolgreich verdrängt hat. So wie jene Nacht, als die Mutter sie und den Bruder mit zum Sternegucken nehmen wollte …

Eva Pantleon lebt und schreibt in Reinbek bei Hamburg. Nach einem Studium der Germanistik volontierte sie bei einem Hamburger Magazin und arbeitete danach als Redakteurin. Heute ist sie als freie Journalistin tätig. Nach «Das Leben irgendwo dazwischen» ist dies ihr zweiter Roman.

Quelle/Foto: Rowohlt Verlag GmbH