Mit ihrem autofiktionalen Roman-Debüt „Immergrün“ (ET: 02. März 2026 / Pfaueninsel) erzählt Autorin und Regisseurin Ruth Olshan nicht nur die Geschichte ihrer Kindheit in Litauen und später im Exil, sondern auch von dem Leben ihrer Mutter, das von Musik und mentalen Problemen geprägt war.
Mit den Urnen ihrer Mutter und Großmutter im Kofferraum begibt sich Ruth auf eine scheinbar endlose Autofahrt nach Litauen, um die beiden Frauen dort beizusetzen. Viel Zeit, um auf Vergangenes zurückzublicken: Angefangen bei ihrer Kindheit, die von der Emigration aus der Sowjetunion nach Israel und Deutschland geprägt ist, über die von Armut und Sprachlosigkeit bestimmten Jahre danach bis hin zu Ruths Flucht in den Sport und in die Musik.
All jenes prägt Ruths Mutter in großem Ausmaß, deren Abschluss im Exil nicht anerkannt wird und die, zusätzlich durch die Trennung von Ruths Vater, in eine Depression rutscht. Nachdem ihre Tochter sie vor einem Selbstmordversuch rettet, begibt sie sich in eine Klinik. Nach ihrer Gesundung, Ruth ist mittlerweile Leistungssportlerin, entwickelt sich deren Sozialbauwohnung zu einem Safe Space für russische Intellektuelle im Exil. Während die Gäste russische Lieder singen, hört Ruth in ihrem Zimmer Pop und Schlager – die Musik, die sie nun auch auf ihrer Fahrt nach Litauen begleitet.
Quelle/Foto: BUCH CONTACT, Pfaueninsel
