Was wir sehen, hören und fühlen, ist keine Kopie der Welt. Die Wirklichkeit, in der wir leben, entsteht in unserem Kopf. Wir machen die Welt dadurch bunter, interessanter und vielschichtiger als sie ohne uns wäre.
Warum fühlt sich Metall heißer an als Holz, obwohl beides dieselbe Temperatur hat? Warum hören Fledermäuse, wo für uns Stille herrscht? Und ist das Rot, das ich sehe, wirklich dasselbe Rot wie Ihres? In seinem neuen Buch „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ zeigt der Quantenphysiker und Bestsellerautor Florian Aigner, wie trügerisch und zugleich erstaunlich unsere Wahrnehmung ist und warum genau das kein Mangel, sondern eine Stärke des Menschen ist.
Aigner nimmt uns mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Physik der Sinne: vom Weltraumspaziergang eines Astronauten, der sich plötzlich nur noch auf seinen Tastsinn verlassen konnte, bis zu Tiefsee-Würmern ohne Augen, von Beethovens Taubheit bis zur Frage, warum Farben keine Eigenschaft der Welt sind, sondern ein Produkt unseres Denkens. Mit großer Klarheit und erzählerischem Witz und überraschenden Fakten zeigt er, dass der Weg von der Welt in unseren Kopf keine Einbahnstraße ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Physik, Biologie, Kultur und Denken.
Dabei stellt das Buch eine hochaktuelle Frage: Was ist Wirklichkeit – und wie entsteht sie? In Zeiten von Fake News, algorithmisch gefilterten Informationswelten und hitzigen Wirklichkeitsdebatten zeigt Aigner, dass Wahrnehmung nie objektiv ist, aber dennoch verlässlich genug, um Orientierung zu geben. Der Mensch, so seine These, ist die einzige Spezies, die gelernt hat, ihre Sinne bewusst zu erweitern. Eine kulturelle Evolution, die unsere Wirklichkeit immer wieder neu formt.
„Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ verbindet anschauliche Physik mit Biologie, Philosophie und Kulturgeschichte. Ein Buch, das staunen lässt, Denkgewohnheiten aufbricht und Lust macht, die Welt neu zu betrachten.
Quelle/Foto: Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG
