Martin Stadtfeld wirft mit einer Rekonstruktion von Chopins Drittem Klavierkonzert, eigenen Arrangements und originalen Werken neues Licht auf den polnischen Romantiker.
Wie würde sich Frédéric Chopins nie vollendetes Drittes Klavierkonzert anhören? Vielleicht so, wie es sich Pianist Martin Stadtfeld gemeinsam mit dem Dirigenten und Arrangeur Timo Jouko Herrmann vorstellt. Das ursprünglich als groß angelegtes Konzert konzipierte „Allegro de concert“ op. 46 erklingt auf dem Album Chopin: Return to Warsaw, das am 3. April bei Sony Classical erscheint, in einer Orchesterfassung, die Chopins Klangsprache mit größter stilistischer Sensibilität nachempfindet. Schon Robert Schumann schrieb: „Das Concert-Allegro hat ganz die Form eines ersten Concertsatzes und ist wohl ursprünglich mit Orchesterbegleitung geschrieben.“
Chopin hat das „Allegro de concert“ höchstwahrscheinlich nie öffentlich gespielt, da er es sich für einen ganz besonderen Anlass aufsparen wollte. Nachdem er das Stück seinem Freund Aleksander Hoffmann aus dem Manuskript vorgetragen hatte, sagte er: „Dies wird das erste Stück sein, welches ich in meinem ersten Konzert spielen werde, wenn ich nach Hause in ein freies Warschau zurückkehre.“ Dazu sollte es jedoch nie kommen.
Als perfekte Ergänzung erklingt Chopins selten gespielter „Bolero“ op. 19 in einer ebenso behutsamen wie farbreichen Orchestrierung. Zusammen und verbunden durch stilistisch angemessene Improvisationen bilden das „Allegro de concert“ und der „Bolero“ das rekonstruierte Konzert in A-Dur – gespielt von Martin Stadtfeld und begleitet von den Heidelberger Sinfonikern unter Timo Jouko Herrmann.
Komplettiert wird das vielfältige Programm u. a. von dem populären Nocturne op. 9 Nr. 2, dem Walzer op. 64 Nr. 1, der „Berceuse“ op. 57 und Stadtfelds eigenen Bearbeitungen Chopinscher Stücke, etwa dem Largo aus der Cellosonate op. 65 für Soloklavier sowie zwei Mazurken, die wiederum für Violine (gespielt von Andrea Cicalese) und Klavier arrangiert wurden.
Quelle/Foto: Sony Music Entertainment Germany GmbH
