Als der Wiener Stadttempel 1826 eröffnet wurde, war jüdisches Leben in Wien gesellschaftlich und rechtlich noch stark eingeschränkt. Zwei Jahrhunderte später ist die Synagoge in der Seitenstettengasse noch immer religiöses Zentrum und ein wichtiger Ort jüdischer Geschichte in Österreich.
Zum 200-jährigen Jubiläum erscheint der Band „Zweihundert Jahre Wiener Stadttempel“. Er erzählt die Geschichte dieses Hauses zugleich als Geschichte jüdischen Lebens in Wien.
Historische Dokumente und zahlreiche Abbildungen zeigen, wie sich der von Josef Georg Kornhäusel entworfene Stadttempel und die Gemeinde um ihn herum über zwei Jahrhunderte verändert haben. Das Buch erinnert auch an Persönlichkeiten, die Wissenschaft, Kultur, Politik und Kunst in Wien entscheidend mitgeprägt haben.
Dabei erzählt der Band eine Geschichte, die im Wiener Stadtbild leicht unsichtbar bleibt. Während Stephansdom, Hofburg oder Ringstraße ganz selbstverständlich zur Geschichte der Stadt gehören, liegt einer ihrer zentralen Orte jüdischen Lebens bis heute beinahe verborgen in einer engen Gasse des ersten Bezirks.
Das 200-jährige Jubiläum rückt damit einen Ort ins Zentrum, an dem sich Wiener und jüdische Geschichte auf besondere Weise verbinden.
Quelle/Foto: Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG
