Jonathan Tetelman veröffentlicht „Addio fiorito asil“ zum 100. Todestag von Puccini

»Das ist die Musik, die meine Stimme formen soll. Das ist die Musik, durch die ich sie entdecken will … Puccini ist der Komponist meiner Selbstfindung.« Das Eintauchen in Puccinis Opern habe ihm erlaubt, seinen Tenor und seine Technik zu perfektionieren, sagt Jonathan Tetelman in einem Gespräch mit der New York Times vor wenigen Tagen. Und er ehrt ihn auf seine Weise – mit The Great Puccini, seinem Album des letzten Herbstes, das die Charts stürmte, einer Flashmob-Performance von »Nessun dorma, die die Berliner begeisterte, weltweiten Auftritten als Pinkerton in Madama Butterfly und nicht zuletzt mit seinem Hausdebüt an der Met in La Rondine in der kommenden Woche.

Puccini starb vor 100 Jahren. Anlässlich des Gedenkens an das Operngenie veröffentlicht Deutsche Grammophon heute eine weitere digitale Single des Tenors: Pinkertons »Addio fiorito asil«. »Es ist das erste Stück, das ich als Tenor gesungen habe. Es ist das Stück, in dem ich mich stimmlich zum ersten Mal ganz zu Hause fühlte«, sagt Tetelman über die Musik, die schon auf seinem DG-Debüt Arias als Orchesterfassung zu hören ist, nun jedoch auf der Single in einem intimen neuen Arrangement für Tenor und Gitarre dargeboten wird. Ebenso arrangiert erschienen bereits »Nessun dorma« im November und »Ch’ella mi creda« aus La fanciulla del West am 22. Dezember, dem Geburtstag von Puccini. In allen drei Veröffentlichungen wird der Sänger von dem französischen Gitarristen Frédéric Zigante begleitet.

Pinkerton hat Tetelman gerade auch am Teatro Massimo in Palermo verkörpert. Demnächst wird er die Partie an der New Yorker Metropolitan Opera singen (26. April bis 11. Mai). Doch zuvor gibt er sein Debüt an diesem großen Opernhaus und zwar in einer weniger bekannten Oper des Komponisten, in La Rondine (Die Schwalbe). In der vom Art Déco inspirierten Inszenierung spielt Tetelman den Ruggero an der Seite von Angel Blue als Magda. In der Saison 2024/2025 ist er dann erneut als Pinkerton zu erleben, sowohl an der Los Angeles Opera als auch mit den Berliner Philharmonikern in Baden-Baden.

Der Erfolg scheint ihm gewiss, wie die Kritiken seines Puccini-Albums zeigen. Drei Wochen lang hielt es sich in den USA an der Spitze der »Billboard Traditional Classical Albums« und erreichte Platz 1 des britischen »Specialist Classical Album Chart« sowie der deutschen Klassikcharts. NPR wählte es zu einem der zehn besten klassischen Alben des Jahres 2023: »Solch reine italienische Sonne haben nur wenige Tenöre in ihrer Stimme«. Und Gramophone machte es zu seinem »Editor’s Choice«: »Der große Puccini von – das wird schnell klar – einem großen Puccinianer«.

Tetelmans Popularität spiegelt sich in den sozialen Medien. Seit dem letzten Sommer hat sich seine Fangemeinde verdreifacht. Heute zählt sie fast 180 000 Mitglieder, nicht zuletzt durch virale Videos wie das von seinem »Nessun dorma«-Stunt im Berliner KulturKaufhaus Dussmann mit der Sächsischen Bläserphilharmonie. In Turandot war Tetelman allerdings noch nicht zu sehen. Einladungen schlug er aus. »Den Calaf zu singen ist mein Traum, daraus mache ich auch gar kein Geheimnis. Es ist eine Rolle, nach der ich ein wenig süchtig bin! … ›Nessun dorma‹ singe ich, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Aber mit dem Debüt dieser Rolle werde ich noch eine Weile warten – es gibt keinen Grund zur Eile.«

Quelle/Foto:  Universal Music GmbH