Lukas Meister ist Songwriter, Liedermacher und seit knapp zehn Jahren Wahlberliner. Er schreibt nicht nur für sich selbst, sondern wirkte bei diversen Produktionen als Studiomusiker und unter anderem auf Sarah Leschs Album „Der Einsamkeit zum Trotze“ als Komponist und Texter mit. 
Ein Jahr nach dem Erscheinen des Allzweck-Albums „Lieder für vor, während und nach der Apokalypse” (nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik) folgt nun Nummer fünf der meisterlichen Longplayer: „Schneeflocken im Sommer“. Den Titel hat er sich von der künstlichen Intelligenz generieren lassen, nachdem er es ja nun lange genug mit echter Dummheit versucht hat. Die Songs sind aber allesamt selbst geschrieben. Fortuna-Ehrenfeld-Frontmann Martin Bechler gab ihm den Tipp, doch mal ein etwas kürzeres Album zu machen. Gesagt, getan: Hier kommen zehn Songs, die übrigens auch alle komplett selbst von Lukas Meister eingespielt, gesungen und aufgenommen wurden. Statt wie sonst auf zahlreiche Gastmusiker*innen zurückzugreifen, erfüllte Meister sich einen lang gehegten Traum, zog sich über Monate in seinen Moabiter Musikkeller zurück und tüftelte im Alleingang an der neuen Platte. Zu hören sind neben diversen Gitarren auch Kontrabass, Klavier, Percussion und dezent dosierte Synthesizer im Hintergrund. Entstanden ist dabei ein sehr puristisches Album voller aktueller Themen.
Während im Opener „Schneeflocken“ die Liebe zwischen Eiskristallen besungen wird, befasst sich „Unrealistische Erwartungen“ mit den gewöhnungsbedürftigen Lebenseinstellungen der Hauptstadt-Bevölkerung und schlägt anschließend den Bogen zu Umweltzerstörung und Klimakrise, um schlussendlich die Vorteile unseres Aussterbens aufzuzeigen. „Ich hatte unrealistische Erwartungen an die Menschheit allgemein. Deshalb glaube ich, das mit dem Aussterben könnte doch das Richtige sein.“
„Keine Vampire in Angermünde“ ist wohl der sperrigste Song auf dem Album. Er entstand auf der Rückfahrt von einem Festival an der Ostsee, auf der der Musiker zwischen tausenden von 9-Euro-Reisenden sehr viel Zeit in Angermünde verbringen musste. Es geht aber nicht nur um Vampire, sondern auch irgendwie um Kleinanzeigen und eine sympathische Gruppe von jungen Leuten auf dem Rückweg in die Großstadt. Der Song „Flügel“ handelt vom Elternsein und verarbeitet auf sehr persönliche Art und Weise Gedanken über die eigene Vergänglichkeit. „Ich wünsche dir ein großes Herz. Und das vom Guten in der Luft und in der Welt täglich ein Stück für dich hernieder fällt…“
„Fragen über Fragen“ ist eine Collage aus Tweets a la „warum heißt es x und nicht y?“, die zunächst recht niedlich daher kommt, ehe es in der letzten Strophe ein wenig Gesellschaftskritik hagelt. „Warum heißt es Mietanpassung und nicht Arschlochkapitalismus?“ „Warum darf man Leberkäse sagen, wenn man über Veggie-Würste weint?“ Hier zeigt sich des Meisters große Passion für Sprache, Sprachwandel und Wortspielkunst. „Aus dem Leben eines Steins“ spielt klanglich mit Tom-Waits- und Ry-Cooder-Anleihen und erzählt anhand der Unterhaltung zwischen Stein und Fels die Geschichte von der Ewigkeit, vom Altern und von der Unaufgeregtheit des Daseins, die man verspüren kann, wenn man mal ordentlich aus der eigenen Perspektive herauszoomt. „Und überhaupt – auch so ein Felsen hat es schwer, von Zeit zu Zeit: Der ganze Druck, immer nur hart und möglichst kalt zu sein – toxische Felsigkeit.“
„Cecilia“ erinnert nicht nur dem Titel nach an ein sehr bekanntes Songwriter-Duo, auch der Sound geht ein wenig in diese Richtung. Der Song erzählt das Paradoxon zwischen der Verstörung angesichts des Klimawandels und der Verdrängung, die in manchen Momenten vielleicht notwendig ist, um überhaupt noch weiterzugehen. „Komm, ich schreib dir, oh Cecilia, einen Song über‘n Sonnenaufgang. Und dann geh‘n wir über‘n Ku‘damm und verkünden den Frühlingsanfang.“ „Das Schiff aus schwarzer Seide“ erzählt den Moment auf einer Beerdigung, in dem der Sarg aus der Kapelle in Richtung Grabstätte aufbricht. „So viele Tränen, als das Schiff aus schwarzer Seide kam, das waren die Wellen vor dem Bug“ Keys, dumpfe Trommeln und Autoharp betten Gefühle auf ein weiches Klangkissen.
„Wie viele Tage“ kommt ein wenig gedämpft daher, und genau davon handelt es: Vom dumpfer Antriebslosigkeit, Phlegma und Innehalten, und wohl auch ein wenig vom nahenden Aufbruch mit Neuanfang. „Wie viele Tage soll man vergessen, ehe man versteht, dass das Warten nicht hilft? So wenig Weinachten, so viel dazwischen, wenn man außer der Wehmut und dem Winter nichts will.“ „Bald schon“ bringt schließlich den Besuch zweier Zeugen Jehovas auf eine Linie mit Vogelzug, Geldanlage und lang verflossener Schulhofromanze – das alles nur, um ein Liebeslied zu schreiben, das man erst am Ende als solches erkennt? JA! VÖ 29.09.2023
Quelle/Foto: Kahé PR & Dialog
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