Robin Trower ‚Joyful Sky‘ erscheint am 27.10.2023

Robin Trower meldet sich mit einem atemberaubend neuen Album „Joyful Sky“ zurück, begleitet wird Trower von der kraftvollen Stimme von Sängerin Sari Schorr. Das Album wird am 27. Oktober über Provogue/Mascot Label Group veröffentlicht.

Der 78-Jährige war schon immer empfänglich für Sängerinnen und Sänger, die seine gefühlsbetonte Gitarrenarbeit aufwerten können. Die rauchige Kraft der New Yorkerin Sari Schorr hat ihn dazu gebracht, sein Songhandwerk um sie herum neu zu gestalten.

„Ich habe im Laufe der Jahre mit einigen großartigen Sängern zusammengearbeitet, aber Sari ist Dynamit, einfach ein absoluter Knaller“, sagt Trower. „Dieses Album hat mich wirklich dazu gebracht, in verschiedenen Tonarten zu schreiben und Songs für ihre Stimme zu arrangieren. Ich bin diesmal mehr in Richtung R&B gegangen, weil ich wusste, dass sie mit dieser Note großartig sein würde. Aber der Blues liegt immer noch allem zugrunde – und es gibt definitiv Elemente aus meinen 70er-Jahre-Sachen in diesem neuen Album.“

Die größten Momente in Trowers Diskografie sind für jeden Rock’n’Roll-Liebhaber zum Pflichtprogramm geworden. Man sollte nicht dagegen wetten, dass die Highlights von Joyful Sky in diesen Kanon aufgenommen werden. „Burn handelt von jemandem, der versucht, seinen Partner zu beruhigen“, sagt er über den schwelenden Opener, der den treibenden und leicht Bond-artigen Groove von I’ll Be Moving On einleitet. „Der Song trifft mich“, sagt der Gitarrist. „Er ist gefühlvoll, und hat einen gewissen Vibe“.

Sechs Jahrzehnte lang war die Karriere von Robin Trower ein Akt der stillen Rebellion. Wenn man die Geschichte des britischen Gitarristen zurückspult, findet man einen Künstler, der nie den Weg des geringsten Widerstands ging. In den frühen 70er Jahren verließ er den sicheren Hafen den seine Band Procol Harum ihm bescherte, um eine Solokarriere zu starten. Mit seinem Album Bridge Of Sighs füllte er nicht nur die nordamerikanischen Stadien, das Album brachte ihm auch einen Gold-Award ein. Seitdem hat er von seinen eigenen Projekten zu Kollaborationen mit allen möglichen Leuten gewechselt, von Jack Bruce bis zur Supergruppe United State Of Mind an der Seite von Maxi Priest und Livingstone Brown. Wenn wir jetzt ins Jahr 2023 vorspulen finden wir in Trowers neuestem Studioalbum Joyful Sky die Bestätigung für seinen künstlerischen Instinkt.

Während der Titel des letztjährigen Albums ‚No More Worlds To Conquer‘ als verschlüsselter Abschied interpretiert werden könnte, versichert Trower seinen Fans, dass er noch viel Inspiration hat und nicht die Absicht, sich zurückzuziehen. „Wenn überhaupt, ist das Aufnehmen neuer Musik jetzt noch erfreulicher. Ich liebe es, Gitarre zu spielen. Ich liebe es, Songs zu schreiben. Das ist es, was mich in Schwung hält. Ich habe all diese Songs, also will ich sie im Kasten haben und bereit sein, falls meine Gesundheit versagt.

Der Gitarrist erinnert uns daran, dass es der herausragende Song von ‚No More Worlds To Conquer‘ war, der die Überleitung zu Joyful Sky lieferte. „Das Album mit Sari begann, als Alan Robinson von Manhaton Records – der uns beide managt – mich fragte, ob ich etwas für sie schreiben würde. Das erste, was ich ihm sagte, war, dass ich gerne hören würde, wie sie ‚I Will Always Be Your Shelter‘ singt. Das ist ein ganz besonderer Song für mich. Ich musste es für sie komplett neu arrangieren. Aber ich wusste, dass sie diesen Song wunderbar singen würde, und von da an entwickelte sich alles.“

Auf der anderen Seite des Atlantiks, in ihrem Revier in Brooklyn, erinnert sich Schorr immer noch an die Aufregung, als sie Robinsons Anruf erhielt. „Er sagte mir, ich solle darüber nachdenken, aber noch bevor er den Satz zu Ende gesprochen hatte, hatte ich bereits zugesagt“, erinnert sich die charismatische Sängerin, deren 2018er-Album ‚Never Say Never‘ für ihre „heisere und muskulöse Stimme, die in der Bluesszene ein wenig Ellbogenfreiheit verlangt“ (Classic Rock) gelobt wurde.

„Ich war bereits ein Fan von Robin, absolut“, fährt Schorr fort. „Man sollte das Wort ‚Genie‘ nicht leichtfertig benutzen, aber ich glaube, er ist ein Genie. Die Art und Weise, wie er Musik fühlt und hört, ist so akkurat, als hätte er übermenschliche Kräfte. Ich hatte so viel Vertrauen in seine Vision. Man muss sich einfach festhalten und sich an ihn klammern.

Die beiden tauschten online Demos aus, aber Anfang 2023 machte sich Schorr auf den Weg zum Studio 91 in Newbury, wo Trower über ein Jahrzehnt lang seine Soloalben aufgenommen hat. Und obwohl die New Yorkerin zugibt, dass sie anfangs etwas nervös war in der Gegenwart dieses Architekten des britischen Blues, fand sie sich schnell zurecht mit dem Material, das ihr wie auf den Leib geschneidert schien.

Man hört Trowers Einfluss auf Joyful Sky. Aber so wie Schorr die Texte von Trower interpretiert, macht sie es auch zu ihrem. Bestes Beispiel ist der Song ‚Flatter To Deceive‘, auf dem sie gegen die Untiefen der Popkultur im Jahr 2023 wettert. „Sie hat den Text sofort verinnerlicht“, nickt der Gitarrist. „Der Song ist ein Kommentar auf die Krankheit der Berühmtheit heutzutage. Joyful Sky ist auch ein bisschen politisch, die Dinge, über die ich mich beschwere. Aber mit dem Refrain wollte ich sagen, dass wir all diese Probleme in der Welt haben, aber man muss trotzdem positiv bleiben.“

Seit er als junger Gitarrist zum ersten Mal die britische Blues-Szene betrat, ist diese sagenumwobene Kraft Trowers noch lange nicht erloschen. Tatsächlich ist das Spätwerk des ikonischen Gitarristen etwas, das sich sehen lassen kann und neue Fans neben den Hardcore-Fans, die jeden seiner Schritte verfolgt haben, mitreißt. „Ich denke, diese Platte ist zugänglicher als die Sachen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, und ich habe das Gefühl, dass sie mehr Leute erreichen wird“, sagt Trower über Joyful Sky. „In meinem Alter immer noch Musik zu machen und immer noch gute Sachen herauszubringen – das ist ein wahrer Segen.

Quelle/Foto: haulix